Dienstag, 3. November 2026

Ouvertüre

 

Kosmischer Kinosaal und ein Date mit dem Teufel
Willkommen in meiner Ouvertüre
Hallo ihr Lieben,
habt ihr euch schon mal gefragt, wie groß der Schritt vom absolut Göttlichen zum völlig Trivialen ist? Oder ob das Universum sich selbst am Ende vielleicht einfach nicht ganz so ernst nimmt?
Als ich die Ouvertüre zu meinem Roman Prof. Dr. Friedrich Aust geschrieben habe, wollte ich genau dieses Spannungsfeld einfangen. Ich wollte euch nicht einfach nur in eine Geschichte werfen. Ich wollte euch entführen – mitten hinein in die absolute Schwärze, an den Anfang von allem, dorthin, wo eine ungreifbare Stimme flüstert.
Jenseits von Anfang und Ende: Mehr als Alpha und Omega
Wir Menschen neigen dazu, alles in Schubladen zu stecken. Wir brauchen einen Anfang und ein Ende, um nicht wahnsinnig zu werden. Deswegen haben wir Begriffe wie „Gott“ oder „das Nichts“ erfunden. Doch die Stimme in der Ouvertüre bricht aus diesem Korsett aus. Sie ist weniger als der Anfang und mehr als das Nichts – jenseits sämtlicher Dimensionen.
Sie ist mehr als Alpha und Omega. Wenn wir ehrlich sind, sprengt dieser Gedanke unsere menschliche Vorstellungskraft. Was existiert außerhalb der Totalität von allem, was wir kennen? Es ist die absolute Freiheit – oder die absolute Bedrohung.
Wenn das Universum stolpert
Was passiert nun, wenn diese monumentale, raumzeitlose Kraft plötzlich ins Stolpern gerät? Wenn es einen kosmischen Wackelkontakt gibt?
Genau dann bricht unsere herrlich banale, menschliche Realität in das Unendliche ein. Während Gasnebel rotieren und Welten gewoben werden, sitzen wir im Kinosaal und stellen uns die wirklich „existenziellen“ Fragen:
  • „Möchte jemand Eis? Vielleicht mit Erdbeergeschmack?“
  • „Haben wir eigentlich noch genug Milch zu Hause?“
  • Und der korpulente Mann im rotgoldenen Trainingsanzug, der als Kung-Fu-Meister der Kinobestuhlung für Ruhe sorgt.
Wer sitzt da im Halbdunkel?
Es ist genau so, wie es die Zuschauer am Ende auf den Punkt bringen: Vielleicht ist das Göttliche trivial. Oder das Triviale göttlich. Oder eben: Alles nur ein Spiel. Doch ein Spiel braucht immer Mitspieler – und einen Gegenspieler, der im Hintergrund lauert.
Erinnert ihr euch an den Nebenmann mit den raubtierhaften Augen, der sich Popcorn in den Mund steckt und die anderen fixiert? Es ist das Gesicht von Seite 28.
Jetzt, wo ihr die Ouvertüre noch einmal mit diesem Bild vor Augen lest, schließt sich der Kreis, oder? Diese brennenden, roten Augen, die aus den tiefen Schatten und dem blutroten Hintergrund hervorstechen – das ist Meph.
Er sitzt dort nicht zufällig. Er operiert genau wie die Stimme jenseits unserer Dimensionen. Während Prof. Dr. Friedrich Aust noch an seiner Universität sitzt und versucht, die Welt rein rational zu erklären, hat Meph seinen Platz im Publikum längst eingenommen. Die Wette läuft.
In diesem Sinne: Nehmt euch selbst nicht zu ernst, behaltet den Mann von Seite 28 im Auge und vergesst das Atmen nicht.
Eure
Joan W. Theego

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